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Jahrestagung 2006 in Duderstadt, 15.06.06 - 18.06.06
"Aus ganz Deutschland prima zu erreichen" Deutsche Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta (Glasknochen) Betroffene tagt in Duderstadt

Artikel erschienen im Eichsfelder Tageblatt, Montag, 19. Juni 2006

"Eine Tagungsstätte für über 60 Rollstuhlfahrer in Deutschland zu finden, ist gar nicht so leicht." Willy Hagelstein weiß, wovon er spricht. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta (Glasknochen) Betroffene lobt deshalb das Jugendgästehaus in Duderstadt in höchsten Tönen.

Duderstadt (hho). Von Donnerstag bis einschließlich gestrigem Sonntag hatte die Deutsche Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta das Jugendgästehaus gebucht. Nach 2004 und dem Vorjahr fand die Tagung inzwischen zum dritten Mal in der Brehmestadt statt.
"Aus ganz Deutschland ist Duderstadt prima zu erreichen", lobte Willy Hagelstein aus Lauf bei Nürnberg die Lage des Tagungsortes und das Jugendgästehaus samt Engagement der Mitarbeiter.
"Wie fühlen uns wohl hier", stimmte Berthold Hartmann, der stellvertretende Vorsitzend der Gesellschaft aus Hamburg ein.

Stimmungsvoller Abschlussabend: Im Jugendgästehaus haben die Teilnehmer ihren Spaß am Box-Ball. (Foto: Jelinek)

Die Osteogenesis imperfecta, kurz OI, ist eine angeborene Stoffwechselstörung, bei der die Knochen ähnlich schnell wie Glas brechen. In Deutschland leben schätzungweise zwischen 5000 und 7000 Betroffene mit diesem seltenen Gendefekt. Auf der viertägigen Fachtagung, die alljährlich von den ehrenamtlichen Organisatoren der bundesweit tätigen Selbsthilfegesellschaft organisiert wird, können sich Betroffene, deren Angehörige, aber auch Ärzte und Therapeuten über den aktuellen Wissenstand zu dieser Behinderung informieren. Rund 250 Teilnehmer, neben den Betroffenen auch etliche Angehörige und Begleiter, besuchten die Tagung in Duderstadt. "Am Jugendgästehaus könnte sogar noch angebaut werden", meinten Hagelstein und Vize Hartmann, so groß sei das Interesse an der bundesweiten Tagung.
Zum reichhaltigen Programm zählten unter anderem Vorträge und Beratungen spezialisierter Arzte und Therapeuten. Auch der gesellige Teil kam nicht zu kurz. Höhepunkt war, wie schon in den Vorjahren, ein großer Abschlussabend mit Showeinlagen der Teilnehmer. Alfred Biolek, der Schirmherr der Ol-Gesellschaft ist und vor zwei Jahren selbst mit in Duderstadt dabei war, konnte dieses Mal nicht anwesend sein. Erfreut zeigten sich die Organisatoren der Glasknochen-Tagung, dass auch zwei Rollstuhlhersteller, die Firmen Meyra und Sorg, im Jugendgästehaus vertreten waren. Glasknochen-Betroffene hatten Gelegenheit, während der Tage in Duderstadt Produkte der Unternehmen zu testen. Ihre Erfahrungen fließen bei der Konstruktion und Weiterentwicklung der Rollstühle ein.

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