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Bericht vom Jugendwochenende 2006 in Erfurt, 30.09.06 - 03.10.06 Cornelia Schloms

Artikel erschienen im Durchbruch 01 / 2007

Haben Sie eine Vorstellung, was die Hauptstadt Thüringens alles zu bieten hat?

Gruppenfoto zum Abschluss der Nachtwächterführung

Den meisten der OI Jugendlichen, die in diesem Jahr am Jugendwochenende teilgenommen haben, war Erfurt bis auf traurige Ereignisse der Vergangenheit völlig unbekannt und die Erwartungen an den Erlebnisreichtum während dieser vier Tage waren gering - doch Erfurt hat unsere kühnsten Träume weit übertroffen!

Bereits während der Nachtwächterführung am ersten Abend, konnten wir uns einen Eindruck vom mittelalterlichen Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern, Gassen und Plätzen verschaffen. Während der Führung durch die belebte, nächtliche Stadt erfuhren wir einiges über ihre Geschichte, über ihre Bedeutung als ehemalige Handelsstadt und den Reichtum, den ihr die Pflanze Waid und der daraus gewonnene blaue Farbstoff in früherer Zeit beschert haben.

Am Sonntagmorgen haben wir uns in Gruppenarbeit und im gemeinsamen Gespräch intensiv mit der Rolle der OI Jugend in der Deutschen Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta Betroffene e.V. (DOIG) auseinandergesetzt. Nach einer Analyse der gegenwärtigen Situation konnten wir Ziele zur Stärkung der Rolle der OI Jugend und zur Steigerung des Interesses der Jugendlichen, die bis jetzt noch nicht auf uns aufmerksam geworden sind, formulieren und deren Umsetzung vorbereiten.

Die Krämerbrücke: die längste bebaute und bewohnte Brücke Europas

Nachmittags galt es, die Sehenswürdigkeiten der Stadt bei Tageslicht zu erschließen.
Wir haben staunend die längste bebaute und bewohnte Brücke Europas, die Krämerbrücke, besucht, den imposanten Mariendom besichtigt und nach einem beschwerlichen Anstieg auch die barocke Stadtfestung auf dem Petersberg erschlossen.

Die Stadt Erfurt hat sich ebenso wie das "Hotel Grenzenlos", in dem wir untergebracht waren, als überdurchschnittlich rollstuhlgerecht erwiesen. Zahlreiche öffentliche Rollitoiletten, die Niederflurstraßenbahnen und eine detaillierte Broschüre mit Stadtplan für barrierefreies Erkunden erhöhen den Reiz dieser freundlichen, lebendigen Stadt noch zusätzlich. Eine versperrte Rollitoilette und ein mit Getränkekästen bestückter Fahrstuhl blieben Einzelfälle und trugen sogar enorm zu unserer Belustigung bei.

Am Montagvormittag standen die Themen "Teilhabe Behinderter an der Gesellschaft im Sinne des SGB IX" und "Freizeitgestaltung" im Mittelpunkt unserer Gespräche. Zunächst haben wir in kleinen Gruppen ausgefallene Freizeitbeschäftigungen zusammengetragen und schließlich in der folgenden Diskussion die Chancen und Risiken, die das Internet bezogen auf die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mit sich bringt, beleuchtet. Aus den Ergebnissen konnten wir für uns weitere Ziele ableiten, die sich besonders auf die Präsenz der OI Jugend auf der Homepage der DOIG richten.

Scharfschützen auf dem Erfurter Oktoberfest

Nach dem Mittagessen im Hotel zog es uns wieder in die Stadt. Leider waren die Räume des Augustinerklosters an diesem Tag wegen einer Veranstaltung für Besucher nicht geöffnet, so dass wir uns zum Erfurter Oktoberfest am Fuße des Mariendoms aufmachten. Dort wurden Lose gezogen, Schokofrüchte genascht, wurde siegreich geschossen und zwei Wagemutige ließen sich im "Break Dance" kräftig durchschütteln. Nach dem Oktoberfest ging ein Teil der Gruppe Richtung Rathaus, welches an diesem Tag leider ebenfalls wegen einer Veranstaltung geschlossen war. Der andere Teil stöberte durch eines der vielen Antiquariate und später traf man sich in einem Café an der Krämerbrücke zu Tee und heißer Schokolade wieder. Bis zum gemeinsamen Abendessen im indischen Restaurant "Bombay", in dem wir freundlich und zuvorkommend empfangen wurden, schlenderten wir in kleinen Gruppen durch die Einkaufspassagen und Geschäfte der Stadt. Wie an den Tagen zuvor, saßen wir auch an unserem letzten Abend gemütlich und in fröhlicher Runde beisammen und ließen dieses Jugendwochenende gebührend ausklingen.

Am Morgen unserer Abreise waren alle sichtlich betrübt und auch ein wenig wehmütig, dass das Jugendwochenende wieder einmal so schnell vergangen ist. Zum 01.01.2007 wird Marit Hamer das Amt der Bundesvorstandsbeauftragten für Jugendarbeit an den derzeitigen Jugendsprecher Stefan Lindenberg übergeben, der wiederum Nicole Meyer zu seiner Nachfolgerin ernennen wird. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit bekannten und hoffentlich auch neuen Gesichtern und sind gespannt, wo das Jugendwochenende 2007 stattfinden wird.

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