20 Jahre Landesverband NRW

05. Dezember 2009

medifitreha, Köln

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Günther Averbeck

Zu einer Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Landesverband NRW“ trafen sich ca. 50 Personen in der medifitreha in Köln. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Günther Averbeck sprach der Hausherr und Gastgeber Professor Dr. E. Schönau ein paar Grußworte.

Er bedankte sich einmal mehr für die außerordentlich gute Zusammenarbeit und Unterstützung der medifitreha durch den Landesverband NRW. Gerne stellte er Räume und Helfer zur Verfügung, um unserer Jubiläumsfeier den richtigen Rahmen zu geben.

Prof. Schönau

 

Als nächstes sprach Frau Angelika Rüttgers, die seit 2006 Schirmherrin des LV NRW ist, über ihre Erfahrungen mit unserer Selbsthilfegruppe. Sie legte besonderen Wert darauf, dass sie außergewöhnliche und sehr engagierte Menschen kennen lernen durfte. Besonderen Dank sprach sie dem Vorsitzenden Günther Averbeck und Dr. Oliver Semler aus, der selbst betroffen ist und als Kinderarzt unermüdlich für seine Patienten und deren Eltern im Einsatz ist, insbesondere in seiner Arbeit in der medifitreha in Köln. Die Patienten kommen inzwischen aus ganz Deutschland, was den Stellenwert der Hilfe, die hier geleistet wird, deutlich zeigt.

Der besondere Wert der Selbsthilfe liegt in der Solidarität und Mitmenschlichkeit, die besonders den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft helfen, das Leben zu meistern. Dazu gehören nicht immer nur die großen Dinge sondern oft die konkrete Hilfe für Familien in den kleinen Alltagsdingen. Diese gegenseitige Hilfe hält unsere Gesellschaft mehr zusammen als der materielle Erfolg.

Angelika Rüttgers

 

Dann gab Günther Averbeck eine kleine historische Zusammenfassung zur 20 jährigen Geschichte des LV NRW.

Im Jahre 1989 zeitgleich zum Mauerfall wurde er von 17 Mitgliedern gegründet, von denen heute noch folgende 9 im Verein sind: Monika Döhrmann, Rüdiger Döhrmann, Iris Krups, Michael Krups, Bärbel Schlinkmann, Heidrun Sudhoff, Albert Trapp, Marlene Trapp, Sven Trapp.

Heute haben wir 234 Mitglieder, die Gründung hat sich allemal gelohnt!!

 

Iris Krups

Zur 1. Vorsitzenden wurde die Gründungsinitiatorin Heidrun Sudhoff am 30.09.1989 gewählt. Iris Krups, die damals als Kassiererin gewählt wurde, gab uns nun einen kleinen Einblick in die Motivation und Stimmung der damaligen Zeit. Ihre Rede war die Überarbeitung einer Rede von Heidrun Sudhoff, die aufgrund einer Fraktur leider nicht nach Köln kommen konnte.

Zitat Krups: Unser Landesverband ist aufgrund mehrer Gegebenheiten ein ganz besonderer gewesen. Zum einen sind wir – wie ja nun mehrfach angesprochen – der 1. Landesverband gewesen, der sich gegründet hat. 

Des Weiteren waren wir  ein reiner Frauenvorstand. Und schliesslich setzte sich dieser Vorstand aus 3 von OI betroffenen Frauen und einer beruflich Interessierten (Schriftführerin Wiebke Dankowski) zusammen. Das ist der bedeutendste Unterschied überhaupt.

Damals waren die Betroffenen noch sehr isoliert, es gab noch kein Internet, Informationen waren rar.

Durch die Gründung des Bundesverbandes 1984 und der jährliche Treffen in Mauloff fand man andere OI-Betroffene und war nicht mehr allein mit seinen Problemen. Und so entstand der Wunsch auch regional Treffen zu organisieren, um die Betroffenen aus ihrer Isolation zu holen und sich gegenseitig auszutauschen und zu helfen. Heidrun Sudhoff organisierte solche Treffen in Dortmund.

Dies war viel schwieriger wie heute, da ja keiner wusste, wie man denn die Betroffenen ausfindig machen könnte. Am 15.11.1986 kam es zum 1. Treffen mit 6 Erwachsenen und 3 Kindern.

Zitat Sudhoff: Das Interesse, sich über persönliche Erkenntnisse auszutauschen war so groß, dass wir uns ca. alle 2 – 4 Wochen getroffen haben. Das war echte Selbsthilfearbeit: In der gemütlichen Teestube konnten wir uns so einrichten, wie es für uns am angenehmsten war, uns Kaffee kochen und die Teilnehmenden brachten Gebäck mit. Die Kinder hatten ungeheuren Spaß, mit ihren Rollis in den langen Fluren des Berufsförderungswerks Rallyes zu veranstalten.

Einen besonderen Anteil an der Gründung des LV NRW hatte Pfarrer i.R. Walter Schlick (Opa von OI-Zwillingen), der bei der Gründung Versammlungsleiter war und diese besonders dringlich machte.

Nur wenige Monate später starb er und hinterließ dem neuen LV NRW durch Geldspenden statt Kranz- und Blumenspenden zu seiner Beerdigung 8000 DM. Dieses Geld sollte sorgsam und in seinem Sinne benutzt werden.

Zitat Krups:

Die Vorständlerinnen hatten unterschiedliche Interessenschwerpunkte, die dazu führten, dass wir die anstehenden Aufgaben ohne Diskussionen verteilen konnten. Heidrun Sudhoffs Schwerpunkt war weiterhin die Kontaktaufnahme und –pflege, sowohl zu Mitgliedern, als auch zu Ärzten. So holte sie z. B. Prof. Minne in das OI Boot. Gleichzeitig half sie bei der (manchmal Sturz-) Geburt weiterer Landesverbände. Marlene Trapps Anliegen als Mutter 2er betroffener Söhne war die Vernetzung der Ärzte und sie postulierte die Schulung und Vernetzung von PhysiotherpeutInnen weit bevor der jetzige Bundes- und Landesvorstand dies auch zu ihrem Thema machten. Meine Herzensangelegenheit (neben der Kasse) bestand in der Betreuung von Eltern mit frischen OI-Babies. Mehrfach habe ich Besuche zu Hause bei betroffenen Familien gemacht, um sie vor Ort zu unterstützen.

Der Selbsthilfegedanke blieb für uns alle der absolute Schwerpunkt.

 

Nach diesen sehr anschaulichen Gedanken zur Gründung des Landesverbandes

Nordrhein-Westfalen der Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta Betroffene e.V.

wurden nun die anwesenden Gründungsmitglieder von Angelika Rüttgers und Thomas Krüger geehrt. 
Es gab Blumen und eine Urkunde.

v.l.n.r.: Monika Döhrmann, Günther Averbeck, Rüdiger Döhrmann,
 Angelika Rüttgers, Iris Krups, Michael Krups, Thomas Krüger

 

 

Nachdem die offiziellen Reden zur 20-Jahr-Feier beendet waren wurde es erst informativ und danach anstrengend.

 

Dr. Semler berichtet von der internationalen Veranstaltung OI-in-Motion in Rheinsberg
(bei Berlin).

 

Danach wurden alle Anwesenden gebeten der zu erwartenden Kalorienzunahme bei Kaffee und Kuchen vorher mit einer der vorhandenen Möglichkeiten entgegen zu wirken.

 

 

 

 

 

Nach diesen Anstrengungen durften sich alle noch mal bei Kaffee und Kuchen stärken bevor um 17:00 Uhr die Veranstaltung endgültig zu Ende war.

 

Köln, Dezember 2009

Thomas Krüger

2. Vorsitzender

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